Auf einen Kaffee …


mit Gaby Gehlen


Ein Gespräch über Brückenübersetzungen


Gaby Gehlen hat an der ehemaligen FH Köln Dolmetschen/Übersetzen studiert und ist seit 2000 audiovisuelle Übersetzerin mit den Hauptgewerken OmU-Untertitelung und Übersetzung für Synchron. Ihre Arbeitssprachen sind Englisch, Französisch und Hindi. Gaby ist AVÜ-Gründungsmitglied und war von 2016-2022 1. Vorsitzende unseres Verbands. Sie lebt in Köln.


Gaby in einem Still aus „gut zusammen leben – willkommenskultur in köln“
© Kölner Freiwilligen Agentur

Liebe Gaby, zunächst die Frage nach dem Werdegang. Wie bist du zum audiovisuellen Übersetzen gekommen? War das ein Zufall oder gezielt?

Das war schon gezielt. Ich habe mich schon sehr für Film interessiert, bevor ich überhaupt angefangen habe, Übersetzen zu studieren. Kino war immer mein Ding. Aber ich wollte eigentlich gar nicht Übersetzerin, sondern Dolmetscherin werden. Das war mein Ziel, und das bin ich auch geworden – Diplom-Dolmetscherin. Aber ich hatte das Glück, dass es bei uns einen Dozenten gab, der für den WDR untertitelt hat. Den habe ich dann als Betreuer für meine Diplomarbeit gewinnen können. Mein Thema war der Vergleich von Untertitelung und Synchronfassung anhand eines Filmausschnitts aus „The Crying Game“ von Neil Jordan. Es gab damals nicht viel Literatur zum Thema, im Grunde nur ein Buch, „Subtitling for the media: a handbook of an art“ von Jan Ivarsson. Die ganze Untertitel-Expertise kam ja aus Skandinavien. Und dann gab es dieses Buch über Synchronisation, das alle kennen, „Theorie und Praxis der Synchronisation“. Ansonsten war da wenig, es gab ja noch kein Internet. Ich habe in dem Ivarsson-Buch dann die Regeln nachgeguckt, also, wie viel Abstand zwischen den Untertiteln sein muss und so weiter. Ich hatte einen Videorekorder mit Jog-Shuttle und bin so an die ungefähren Timecodes gekommen. Dann habe ich einen Ausschnitt des Films untertitelt und danach eine Lippensynchron-Fassung erstellt. Mir ging es in der Arbeit darum, den Unterschied aufzuzeigen, also die Originaltreue beim Untertiteln und was bei der Synchronfassung alles so unter den Tisch fallen muss aufgrund der Lippensynchronität. Nicht nur das war ein Grund dafür, dass mir das Untertiteln besser gefallen hat, es kommt auch dem Dolmetschen näher – sinnvoll zusammenfassen und kürzen, aber dem Original treu bleiben, denn das ist für alle hörbar. Das war meine allererste Arbeit auf einem Computer, geschrieben auf dem Gerät, das sich meine Mitbewohnerin kurz vorher gekauft hatte. Und sie war auch ziemlich umfangreich für eine FH-Arbeit. Die hatte, glaube ich, 120 Seiten, das war so das Maximum.

Und hast du dann direkt nach dem Studium angefangen mit der Untertitelung oder Übersetzung für Synchron?

Nee, gar nicht. Ich habe mich natürlich mit dieser Diplomarbeit beworben, als Untertitlerin. Ich habe es erst beim WDR versucht, aber die brauchten niemanden. Dann habe ich mich bei Film & Video Gerhard Lehmann beworben, weil die Firma hier bei mir in der Gegend war. Aber da hatte ich auch keine Chance. Das war damals, also Mitte der 90er, nämlich ein wirklich sehr umkämpftes, sehr elitäres Arbeitsfeld, und die Firmen hatten Angst, dass man ihnen irgendwie ihr Know-how klaut. Zu dem Zeitpunkt konnten noch nicht so viele Leute untertiteln, und es gab auch nicht viele Untertitelagenturen. Ich bin also erst mal gar nicht in die Branche reingekommen. Aber ich hatte schon Anfang der 1990er Jahre angefangen, für die Feminale in Köln und später auch für die Kurzfilmtage Oberhausen zu arbeiten, hab Katalogübersetzung gemacht, Filmgespräche gedolmetscht und Filme eingesprochen. Ich war also schon ein bisschen drin in dem Bereich, und ich wollte unbedingt rein in die Branche. Aber ich hab dann natürlich erst mal andere Sachen gemacht, ein Kochbuch und einen Kunstband übersetzt und tatsächlich auch zusammen mit Kolleginnen, die für eine Übersetzungsagentur im IT-Bereich gearbeitet haben, ein Videospiel übersetzt. Aber ich wollte unbedingt mit Film arbeiten und hab dann 1998 oder 1999 eine Fortbildung in Germersheim zum Thema Untertitelung und Synchron gemacht und dort Bettina [Anm.: Bettina Artl, 1. Vorsitzende des AVÜ von 2022-2026] kennengelernt. Über sie bin ich dann doch noch zu Lehmann gekommen. Neben Bettina haben auch Frank Sahlberger und Andrea Kirchhartz [Anm.: ebenfalls AVÜ-Mitglieder] dort gearbeitet. Wir gehören also quasi alle zur selben Generation von Untertitler*innen.

Die Lehmann-Generation!

Genau. Ich habe damals vor Ort arbeiten müssen, denn selbst im Jahr 2000 war das alles noch sehr Hardware-intensiv. Man brauchte einen Computermonitor und einen speziellen DOS-Rechner. Und dann noch einen speziellen Videorekorder, bei dem du mit dem Jog-Shuttle den Film Bild für Bild vor- und zurücklaufen und dabei den Ton hören konntest. Damit habe ich gelernt, wirklich bildgenau zu spotten. Aber das musste man sich zunächst im Kopf ausmalen, denn die Untertitel und das Bild waren nicht auf demselben Monitor. Von den lektorierten Untertiteln wurde dann eine Simulation auf VHS erstellt. Und die habe ich mir immer angesehen, bei jedem Film. Und oft bin ich auch die Korrekturen noch mit meinen Lektorinnen durchgegangen.

Heißt das, ihr hattet zwei separate Monitore?

Ja, ich hatte einen riesigen Schreibtisch, so eine richtige Workstation mit Videorekorder, Monitor, Videomonitor, Computer. Das war schon auch eine harte Schule, aber man hat das Untertiteln damit einfach gut gelernt. So bin ich also zum audiovisuellen Übersetzen gekommen. Das hat mir einfach total Spaß gemacht, aber vor allem das Untertiteln und das Handwerkliche daran. Ich bin gar nicht so technikaffin, aber das Handwerkliche und das Ganzheitliche, also alles selber machen und entscheiden zu können, das fand ich super.

Kommen wir jetzt zum Thema Brückenübersetzung, also der Übersetzung über das Englische statt direkt aus dem Original, womit du sehr viel Erfahrung hast. Du bekommst ja bis heute immer mal wieder Filme auf den Tisch, vor allem aus dem asiatischen Kino, deren Sprachen du nicht kannst und für die du auch keine*n Untertitler*in kennst.

Meine erste Erfahrung mit einer Brückenübersetzung war ein Hindi-Film. Das war „Kabhi Khushi Kabhie Gham“, der allererste Hindi-Film, den ich bewusst gesehen habe. Als mir der Film angeboten wurde, habe ich natürlich gefragt, wie das denn gehen soll, wo ich doch gar kein Hindi kann. Aber da die Agentur niemanden gefunden hatte, der direkt aus dem Hindi untertiteln konnte, habe ich mich breitschlagen lassen. Allerdings nur, weil es einen hindisprachigen Lektor gab, der meine Übersetzung am Ende überprüft hat und auch das Spotting, also, ob die Übersetzung auch an der richtigen Stelle kam. Von der Agentur war das damals sogar vorgeschrieben: Wenn es niemanden gibt, der aus der Originalsprache untertiteln kann, dann muss eine muttersprachliche Lektorin oder ein Lektor mit an Bord sein. Das hat mich beruhigt, und die Zusammenarbeit hat dann auch recht gut geklappt. Ich hatte eine Dialogliste auf Hindi und Englisch, damals noch auf Papier, ein riesiger Wälzer. Und ich glaube, es gab englische Untertitel im Bild. Nach diesem ersten Hindi-Film kam noch einer und dann noch einer. Und obwohl mir das Untertiteln der Hindi-Filme einen Riesenspaß gemacht hat, fand ich die Übersetzung über Brücke irgendwann ziemlich unbefriedigend, weil ich nach und nach gemerkt habe, wie unpräzise das Englische ist. Englisch ist einfach viel zu unkonkret und daher die denkbar ungeeignetste Brückensprache. Deutsch ist eine sehr konkrete Sprache. Und dann hast du so eine Sprache wie Hindi, die ebenfalls sehr konkret ist und auch diese ganzen unterschiedlichen Levels von Höflichkeiten hat. Als klar war, dass die Hindikino-Welle, diese Bollywood-Welle, weitergeht, habe ich mir überlegt, dass ich die Sprache lernen muss, wenn ich das weitermachen will. Brückenübersetzungen sind einfach problematisch. Deshalb mache ich das nur noch, wenn ich für eine Sprache wirklich keine Untertitlerin oder keinen Untertitler finde.

Was sind denn deiner Meinung nach bei einer Brückenübersetzung die größten Fallstricke, oder was findest du daran am schwierigsten?

Wie schon erwähnt bringt die Tatsache, dass Englisch eine so unkonkrete Sprache ist, Probleme auf der sprachlichen Ebene mit sich, wenn das die Brückensprache ist und du die Originalsprache gar nicht beherrschst. Dann musst du natürlich unter anderem ständig entscheiden, wie die Personen sich ansprechen. Zudem verflacht der deutsche Text dann fast zwangsläufig: Wenn man das Original nicht versteht und etwas auf Englisch alles Mögliche heißen kann, dann muss die deutsche Übersetzung eigentlich auch alles Mögliche heißen können. Und damit wird es so wischiwaschi, und es geht einfach viel verloren. Außerdem besteht die Gefahr eines „Stille-Post“-Effekts, und du hast immer Angst, du interpretierst oder verstehst etwas falsch, oder es entgeht dir etwas, was Leute, die die Sprache können, natürlich mitbekommen. Das ist unbefriedigend, und ich finde auch, es wird einem Film einfach nicht gerecht.

Und dann gibt es ja auch noch den ganzen kulturellen Kontext, der wahnsinnig wichtig ist. Gesellschaftliche Strukturen, Hierarchien, religiöse Aspekte und so weiter. Und wenn man diesen Kontext nicht kennt oder versteht, brauchst du mindestens die Sprache, die ihn dir vermittelt. Und im Fall der Hindi-Filme kannte ich weder die Sprache noch den kulturellen Kontext, weil ich mich vorher nie für Indien interessiert hatte. Den konnte mir zum Glück dann mein Lektor vermitteln, Devindra Kohli, ein Anglistik-Professor, der schon lange in Deutschland lebt und auch ein großer Fan des Hindi-Kinos ist. Es war wichtig, jemanden zu haben, der sich auch damit gut auskennt. Gerade bei diesem Kino gibt es so vieles, was man sonst nicht versteht oder mitbekommt.

Zitate, Referenzen …

Ja, genau. Filmzitate ohne Ende. Aber auch die Songs, ich habe ja auch die Lieder übersetzt. Das habe ich geliebt, aber es war sehr schwierig, weil es sich bei den Liedtextern mitunter um bekannte Dichter handelt. Und dann hatte man da so verkürzte oder auch sehr freie englische Übersetzungen. Ich war froh, als ich irgendwann so ein bisschen mehr Hintergrund hatte, um das alles besser beurteilen zu können. Aber ich habe trotzdem immer mit Hindi-Lektor*innen weitergearbeitet, weil ich diesen kulturellen Background einfach nicht hatte.

Wenn du mit Sprachlektor*innen arbeitest, was müssen die mitbringen? Worauf achtest du, beziehungsweise was sind deine Anforderungen?

Im besten Falle sind sie selber Übersetzer*innen, so dass sie zumindest wissen, was wichtig ist. Es geht ja nicht darum, eine 1 zu 1 Übersetzung zu haben, daher macht eine Übersetzungserfahrung auf jeden Fall Sinn. Ich habe auch schon mit Leuten gearbeitet, die keine Erfahrung mit Übersetzen hatten, weil ich einfach niemand anderen für ein bestimmte Sprache gefunden habe. Aber das war immer sehr anstrengend und wahnsinnig zeitaufwendig.

Hast du also immer, wenn du eine Brückenübersetzung gemacht hast, mit jemandem zusammengearbeitet, der das im Nachhinein lektoriert hat?

Nicht immer. Ich hab mal einen Film aus Laos bearbeitet. Da war einfach niemand zu finden, der ein Sprachlektorat hätte machen konnte. Aber weil der Regisseur selbst die englischen Untertitel abgenommen hatte und auch englischer Muttersprachler war, hat mein Auftraggeber gemeint, ich solle mich einfach darauf verlassen, dass es so stimmt. Als erfahrene Untertitlerin merkt man zwar meistens, wenn die Brücken-UT nicht gut sind. Aber gut fühlt man sich dabei trotzdem nicht.

Wie findest du denn Sprachlektor*innen, wenn du welche brauchst? Wie gehst du da vor?

Das ist oft nicht so einfach. Selbst wenn man eine*n Übersetzerkolleg*in mit der passenden Sprachkombination gefunden hat, heißt das noch nicht, dass die Person versteht, worauf es bei einer Filmübersetzung ankommt, weil sie vielleicht vor allem juristische Texte übersetzt oder technische Übersetzungen macht. Manchmal hat man Glück. Ich habe zuletzt einen palästinensischen Film untertitelt, der im Original auf Arabisch war. Ich hatte eine Person gefunden, die das Sprachlektorat übernehmen wollte, aber sie ist mir im letzten Moment abgesprungen. Ich habe dann im Internet recherchiert und dann tatsächlich eine Autorin gefunden, eine Deutsche, die mehrere Bücher übersetzt hatte aus dem Arabischen. Die habe ich einfach angerufen, allerdings war sie schon pensioniert und arbeitete nicht mehr. Doch sie kannte eine palästinensische Frau, die schon öfter mit Film zu tun hatte. Und sie hat das Lektorat dann übernommen.

Ich habe auch oft in Zusammenarbeit mit Kolleginnen versucht, über Unis und bestimmte Studiengänge Lektor*innen zu finden. Über die Indologie der Uni Köln habe ich z.B. mal eine Sprachlektorin für Tamil gefunden, über die Uni Hamburg einen Lektor für Tagalog. Vor ein paar Jahren hatte ich von einem Verleih, für den ich viel arbeite, eine Anfrage für einem Film erhalten, der auf Englisch, Französisch und Koreanisch war – „Return to Seoul“, ein toller Film. Und da habe ich dann nach einer Sprachlektorin für Koreanisch gesucht und sie über die Koreanistik der Uni Hamburg gefunden – das war Louena Orbista [Anm: mittlerweile auch AVÜ-Mitglied]. Und das war wirklich ein Glücksfall, weil sie ein Riesentalent ist, sehr filmaffin, und richtig Spaß an dem Job hatte. Die Zusammenarbeit war toll, und wir haben sie dann ausgebildet, so dass es jetzt eine Untertitlerin gibt, die direkt aus dem Koreanischen übersetzen kann. Der Markt für koreanische Serien und Filme wächst ja. Außerdem kann sie nicht nur Koreanisch, sondern auch Tagalog, was auch ein großes Glück ist, da philippinische Filme auch öfter meines Weges kommen.

Wie genau gestaltet sich denn eine Zusammenarbeit mit einem Sprachlektor oder mit einer Sprachlektorin?

Ich erstelle die Brückenübersetzung aus dem Englischen, und merke dann aber auch meistens schon, wenn irgendwas schief ist, wenn sich was komisch anhört, ich ein Sprachbild oder eine Redewendung nicht verstehe oder denke: Oh, okay, was haben die für ein Verhältnis zueinander? Wie reden die sich jetzt an? Ich mache dann Kommentare oder Vermerke für die Lektorin oder den Lektor, gebe die Untertitel dann der Person zum Lektorat und bespreche am Ende nochmal die für mich unklaren Stellen.

Besprichst du das mit der Person direkt? Also kommt die Lektorin dann zu dir, setzt sich neben dich und du gibst Korrekturen usw. direkt ein und besprichst Unklarheiten an Ort und Stelle?

Da es eh schon schwierig ist, überhaupt Leute zu finden, ist es noch schwieriger, jemanden in der gleichen Stadt zu finden. Und mit dem, was man dabei verdient, kann man auch nicht durch die Republik fliegen. Deswegen ist es so, dass ich dann natürlich meinen Kunden frage, ob ich meinem Lektor oder meiner Lektorin den Film schicken darf. Und die Lektor*innen wissen natürlich, dass sie Verschwiegenheit darüber bewahren müssen, dass sie ihn nicht weitergeben dürfen etc. Vertrauen ist sehr wichtig bei so einer Zusammenarbeit. Ich schicke der Lektorin dann die Untertiteldatei, so dass sie die Untertitel mit dem Film angucken kann, und dann noch ein Excel-Sheet oder ein Word-Dokument. Im Idealfall auch das Originalskript, wenn man es denn hat. Aber oft weiß man nicht, wie gut oder komplett das ist. Die Lektor*innen machen ihre Korrekturen in dem Word-Dokument oder der Excel-Datei, ich übertrage sie dann und frage nach, wo ich nicht sicher bin, was es bedeutet. Das ist sehr aufwändig, und ich kriege das auch nicht extra bezahlt. Ich bezahle die Lektor*innen aus eigener Tasche. Aber mir ist das eben wichtig. Ich mache meine Arbeit mit viel Herzblut und möchte keinen Film rausgeben und sagen: „Na ja, wird schon irgendwie stimmen.“ Und zum Schluss schreibe ich ihre Namen auch mit in den Credit. Das ist mir schon allein deshalb wichtig, damit Kolleg*innen wissen, ich habe nicht einfach so eine Brückenübersetzung gemacht.

Jetzt kommen wir schon zur letzten Frage, nämlich der nach dem Lieblingsprojekt. Hast du eins, und wenn ja, warum ist es eines?

Ich habe tatsächlich ein Lieblingsprojekt, und zwar war das der Film „Heaven“ von Tom Tykwer mit Cate Blanchett und Giovanni Ribisi. Den durfte ich untertiteln, aus dem Englischen und Italienischen. Ich kann ein wenig Italienisch, habe aber eine Kollegin noch mal drüberschauen lassen, nicht zuletzt, weil da ein paar juristische Fachbegriffe vorkamen. Einer der Protagonisten ist nämlich Polizeidolmetscher. Ich weiß gar nicht mehr, wann der rausgekommen ist, ich glaube 2002. Das Beste an dieser Arbeit war, dass ich, glaube ich, vier oder fünf Schnittfassungen auf dem Tisch hatte. Es war toll, den Entstehungsprozess des Films mitzubekommen. Man sieht Stellen, die findet man ein bisschen schwach, und in der nächsten Fassung sind sie umgeschnitten, und dann funktionieren sie. Ich fand es überhaupt nicht ärgerlich, dass ich dann nochmal an den Film ranmusste, sondern superspannend. Toll war auch, dass ich mit Tom Tykwer über die Untertitel diskutieren konnte. Er hat die Untertitel bekommen, die Abnahme gemacht, mich angerufen, hat nachgefragt. Ich konnte ihm dann erklären, warum ich das so gemacht habe und nicht anders, warum das meines Erachtens an der Stelle wichtig ist. Und er konnte sagen: „Nee, ich sehe das anders, das ist mir wichtig“, und so weiter. Und schließlich habe ich vor der Premiere des Films dann auch noch die PK dolmetschen dürfen.

Und natürlich liegen mir die Hindi-Filme sehr am Herzen. An diese Arbeit hat sich so viel angeknüpft: Ich habe eine neue Sprache gelernt und mit ihr ganz tolle Menschen kennengelernt, und ich habe das Land bereist. Ich habe fast ein Jahr in Indien gelebt, um mein Hindi zu verbessern. Deswegen ist auch „Kabhi Khushi Kabhie Gham“ ein Lieblingsprojekt. Da spielt Shah Rukh Khan mit, also einer der größten Superstars des zeitgenössischen indischen Kinos, den habe ich zum ersten Mal in diesem Film gesehen. Und nachdem ich 20 Minuten untertitelt hatte – ein ständiges Vor-Zurück-Vor-Zurück-Spulen mit dem Jog-Shuttle, was ungefähr vier oder fünf Tage gedauert hat – war ich schockverliebt in Shah Rukh Khan! Diese ganzen schmachtenden Liebesszenen, die Lieder, das fand ich alles super. Und meine Tochter, die damals noch ganz klein war, saß dann auch am liebsten auf meinem Schoß und hat zugeguckt und konnte nachher auch alle Lieder mitträllern. Sie durfte dann auch mit ins Kino zur Premiere, da war sie drei oder vier. Das war ihr allererster Kinofilm.


Das Gespräch führte Sonja Majumder

Auf einen Tee …


mit Johanna Czerny


Ein Gespräch über Videospiellokalisierung und Brettspielübersetzung


Johanna Czerny hat Germanistik und Kunst, Musik, Theater an der LMU in München studiert und ihren Master in Literarischem Übersetzen gemacht, ebenfalls in München. Sie übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche und dies in den Bereichen Videospiele, Literatur und Brettspiele. Seit 2023 ist sie AVÜ-Mitglied und seit Februar 2026 1. Vorsitzende unseres Verbands. Johanna lebt und arbeitet in Nürnberg.

Foto: Alexandra Heinzmann

Liebe Johanna, die erste Frage wäre: Wie bist du zum audiovisuellen Übersetzen gekommen? War das etwas, das du dir schon im Studium überlegt hast? Oder hast du mit diesem Wunsch vielleicht sogar schon angefangen zu studieren?

Ich bin relativ zufällig zum audiovisuellen Übersetzen gekommen. Ich habe nach der Schule nicht gewusst, was ich machen soll und mich dann für Germanistik eingeschrieben, weil ich gern gelesen habe. Nach dem Studium war ein Auslandsjahr in Kanada geplant, Work and Travel in Montreal. Dann habe ich mich erst mal informiert: Was kann man da machen? „Ah, Montreal ist total groß in der Gaming-Branche. Und die suchen da überall Gaming-Tester, die Fremdsprachenkenntnisse haben.“ Also, LQA-Tester [Anm: LQA=Localization Quality Assurance], die Spiele quasi in den verschiedenen Sprachen testen. Und dann habe ich mich da beworben. Das war der allererste Job, den ich gemacht habe, der mir so richtig getaugt hat. Ich habe während dem Studium viel gejobbt und sowas, aber es war das erste Mal, dass ich mir dachte: Oh mein Gott, da möchte ich arbeiten. Und mit „da“ meine ich, in der Gaming-Branche – ich würde gerne was mit Gaming machen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur mit Sprachen gearbeitet. Überhaupt keine Programmierkenntnisse oder irgendwas dergleichen.

Aber du hattest schon Kontakt mit Gaming, also, du hast schon gespielt.

Genau, ich habe leidenschaftlich gerne Videospiele gespielt, aber hatte sonst vorher nicht viel damit zu tun. Der Job in Kanada hat mir die Augen geöffnet, dass ich ja auch mit Sprache was mit Gaming machen könnte. Dann kam mir der Gedanke, ich könnte, wenn ich wieder zurück in München bin, einen Master in Literarischem Übersetzen machen und Videospielübersetzerin werden. Diesen Master habe ich dann angefangen mit diesem festen Ziel. Da war ich die Einzige in meinem Studiengang, der ist ja auf literarisches Übersetzen ausgelegt. Die meisten wollten Bücher übersetzen oder vielleicht noch Lyrik oder sowas, aber mit den Games war ich da die Einzige. Und dann kam Corona. Ich habe 2020 meinen Abschluss gemacht und habe mich dann nicht direkt getraut, mich selbstständig zu machen.

Verständlich …

Ich habe dann erst einen Umweg über die Schule gemacht und habe ein Jahr als Lehrkraft an einer Berufsschule gearbeitet.

Oh cool! Was hast du da unterrichtet?

Das nannte sich Teamlehrkraft, Teamteacher. Das war quasi eine Stelle, die nur für Corona geschaffen wurde. Ich habe die Lehrkräfte unterstützt, die nicht vor der Klasse stehen durften, weil sie Vorerkrankungen hatten, weil sie zum Beispiel schwanger waren. Ich habe hauptsächlich so Orga-Tätigkeiten gemacht: Bin in die Klassenzimmer gegangen, habe Blätter ausgeteilt und den Beamer aufgestellt, und die Lehrkraft hat dann hybrid unterrichtet.

Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht auch nicht ganz einfach ist, einen Fuß in eine Branche zu kriegen, wenn man während des Studiums noch gar keine Berührungspunkte mit ihr hatte.

Ja, mein einziger Berührungspunkt mit dieser Branche und diesem Beruf war dieses Auslandsjahr und die Zeit in dieser Firma. Und das war dann auch tatsächlich mein Einstieg. Ich hatte online immer mal wieder geschaut, wo Gaming-Übersetzys gesucht werden, habe mich beworben, auch auf Inhouse-Stellen hier in Deutschland. Ich habe mehrere Tests gemacht, die aber alle nicht bestanden am Anfang, weil ich das Feld und seine Herausforderungen natürlich noch gar nicht verstanden habe. Und den ersten Test, den ich bestanden habe, der war bei dieser Firma, für die ich in Montreal schon gearbeitet hatte. Das war dann mein Einstieg in die Branche.

Was genau beinhaltet die Videospiel-Übersetzung alles? Bei Serien oder Filmen ist es ja relativ eindeutig, auch für Menschen, die sich nicht groß damit beschäftigen. Man übersetzt halt das, was gesagt wird. Aber bei Videospielen umfasst das ja viel mehr.

Ich fange mal an einer Ecke an, aber das ist ein großes Fass. Also, was übersetzen wir bei Videospielen? Natürlich alle Texte, die vorkommen. Früher bei Tetris, da waren es halt das Menü und die Buttons, die man klicken kann, und vielleicht noch der Wertungsscreen am Ende. Mittlerweile sind Videospiele ja riesige narrative Kunstwerke geworden mit mehr Wörtern als jedes Buch. Und die großen Rollenspiele, die es heutzutage gibt … „Baldur’s Gate 3“, was in den letzten Jahren sehr groß war, hat zum Beispiel mehrere Millionen Wörter, also mehr als die ganze Harry-Potter-Reihe zusammen. Und wo sind diese ganzen Wörter? Es sind Dialoge von Charakteren, von NPCs, die man in dieser Welt treffen kann. Dann Beschreibungen von irgendwelchen Items. Vor allem in diesen großen Rollenspielen hat man dann manchmal auch Bücher, die man anklicken und lesen kann. Und Rätsel, dann natürlich Filmsequenzen, Tutorials, auch nach wie vor diese ganzen UI-Texte [Anm.: User Interface, Schaltflächen usw.]. Aber auch alles um das Spiel herum, Marketing-Texte. Manchmal kriegt man vielleicht auch Guidebooks. Manche Kolleginnen von mir machen Comics zu Videospielen. Das gehört alles noch so ein bisschen dazu.

Und kann man sich auch spezialisieren auf bestimmte Aspekte oder Textarten, oder macht man grundsätzlich immer alles?

Im Grunde ja. Man kann natürlich immer mal sagen, das mache ich jetzt nicht, da habe ich jetzt keine Zeit für. Vor allem bei großen Games zieht sich die Übersetzung teilweise über Monate oder über Jahre, wenn sie ganz riesig sind. Dann kriegt man nicht einen Text am Stück, sondern kleine Batches. Und wenn dann mal ein Batch Rechtstexte dabei ist, und man hat überhaupt keine Ahnung davon, dann kann man das auch ablehnen und zum Beispiel eine Kollegin dafür empfehlen.

Was liegt euch beim Übersetzen denn an Arbeitsmaterial vor? Nur Texte oder auch Bildmaterial? Oder eine Beschreibung, anhand derer ihr euch schon mal mit dem Spiel vertraut machen könnt?

Im besten Fall kriegen wir das. Das kann sehr wenig oder sehr umfangreich sein. Manchmal hat man vorher zum Beispiel schon einen Steam-Key, mit dem man sich das Spiel auf dem PC installieren und es mal anspielen kann. Manchmal ist das Spiel aber auch noch in der Entwicklung und man kriegt nur Referenzmaterialien, Screenshots, Worldbuilding-Dokumente, die beschreiben, wie die Welt aufgebaut ist, Charakter-Steckbriefe oder sowas, die man dann durchgehen kann.

Aber in der Regel arbeiten wir nur mit Texten. Im schlimmsten Fall kriegen wir einfach nur ein Excel-File mit dem Text und müssen uns dann vorstellen, wo das Ganze in dem Spiel steht. Und man hat vielleicht noch eine kleine Beschreibung, worum es in dem Spiel geht, was für ein Genre das ist. Je mehr Kontext man zusätzlich bekommt, desto fundiertere Entscheidungen kann man natürlich treffen.

Foto: Birgit Pechler

Arbeitet man denn immer in einem Team? Das Ausmaß, das du beschrieben hast, kann man ja fast gar nicht alleine packen, oder?

Ja, bei großen Titeln arbeitet man eigentlich immer in einem Team. Aber bei kleineren Spielen, oder wenn man früh genug in den Prozess miteinbezogen wird und einfach genug Zeit hat, kann das auch mal eine Person machen. Also, dann kann eine Person übersetzen. Aber wir wissen ja alle, dass ein Übersetzungsprozess nicht nur aus Übersetzung besteht, sondern dass noch das Lektorat dazukommt und dann eben LQA, was ich in Kanada damals gemacht habe.

Im Team zu arbeiten, finde ich persönlich immer schön, weil das audiovisuelle Übersetzen ja eine sehr einsame Sache sein kann. Gleichzeitig muss man sich dann immer abstimmen, und das kann mal besser und mal schlechter klappen. Wenn du Teil eines Teams bist – kennt ihr euch dann? Oder könnt ich euch vielleicht sogar als Team melden, wenn ihr zum Beispiel schon mal ein Projekt gemeinsam cool durchgezogen habt?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei kleineren Kunden kennt man sich eher, und kann sich manchmal auch Kollegys ins Boot holen, mit denen man gut und gerne zusammenarbeitet. Bei großen Kunden kann man sich das in der Regel nicht aussuchen und wird gerne mal zusammengewürfelt. Je nachdem, welche Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, läuft das mit der Koordination dann mal mehr und mal weniger rund.

Aber ihr seid dann schon alle in einer Zeitzone, oder?

Nicht unbedingt. Die allermeisten Auftraggeber sind international. Deswegen sitzt man meistens allein mit diesen Leuten schon mal in einer anderen Zeitzone, mit den Agenturen dann vielleicht noch mal in einer anderen und die Kollegys sind auch auf der ganzen Welt verteilt. Selbst wenn sie ins Deutsche übersetzen. Also eigentlich sind die Zeitzonen sehr wild durchmischt.

Krass! Kann man sich denn auf bestimmte Genres spezialisieren? Und gibt es Dinge, wo du sagst: „Das mache ich total gerne“, oder: „Davon lasse ich lieber die Finger, weil ich das doof finde oder weil ich mich damit zu wenig auskenne?“ Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich keine Horrorfilme übersetze, weil ich selbst keine gucke. Abgesehen davon, dass ich mich zu Tode gruseln würde, kenne ich mich mit dem Genre nicht aus und könnte dem Film nicht gerecht werden.

Man spezialisiert sich schon mit der Zeit auf Genres. Wenn man genug Arbeit hat und es sich aussuchen kann. Und es macht auch Sinn, weil die Anforderungen in den unterschiedlichen Genres ja auch sehr auseinandergehen. Ich arbeite noch nicht so lange in der Lokalisierung, dass ich jetzt schon die eine Nische hätte, die ich mache, oder die Sachen, die ich auf keinen Fall machen würde. Ich habe auch vieles noch nicht ausprobiert. Aber zum Beispiel Sportgames – ich kenne mich einfach mit Sportarten nicht so gut aus. Ich habe noch nie eins angeboten bekommen, aber die würde ich jetzt vielleicht nicht unbedingt machen. Was ich gemerkt habe, ist, dass sehr technische Science-Fiction-Spiele nicht so mein Ding sind. Das wäre vielleicht auch was, das ich eher einem Kollegy überlassen würde. Aber was mir total liegt, was ich total gerne mag, sind zum Beispiel Dating-Spiele. Das macht einfach sehr viel Spaß. Generell Visual-Novel-Spiele, die sehr dialoglastig aufgebaut sind. Und wenn es dann noch einen Romance-Anteil gibt – das macht mir einfach richtig viel Freude. Oder Fantasy-Rollenspiele. Die machen mir auch meistens Spaß.

Du übersetzt ja auch Brettspiele. Wie bist du dazu gekommen? Hast du dir das auch aus so einer eigenen Leidenschaft heraus überlegt, oder war das so ein bisschen ein Zufallsding?

Ich sage „ja“ zu beidem. Ich bin ein großer Brettspiel-Fan. Ich habe eine große Familie, und wir spielen schon immer viele Gesellschaftsspiele, die komplexen und die einfachen. Eines Tages, als ich gerade im Akquise-Modus war, habe ich auf LinkedIn einen Post von einer Brettspiel-Agentur gesehen, die sich auf Brettspiellokalisierung spezialisiert hat. In diesem Post ging es dann auch noch um gendersensible Sprache in Brettspielen und wie wichtig das ist. Ich fand das so sympathisch und habe denen direkt geschrieben, ob ich für die arbeiten kann. Und so hat sich das ergeben. Seitdem habe ich auch mit dem einen oder anderen Entwickler direkt zusammengearbeitet und hoffe, das noch ein bisschen ausweiten zu können.

Würdest du sagen, dass das Brettspielübersetzen im Vergleich zum Videospielübersetzen ein bisschen technischer ist?

Ironischerweise ja, da man sehr auf die Exaktheit der Sprache achten muss, weil die Sprache der Funktionsträger ist. Bei Brettspielen übersetzt man hauptsächlich die Regeln, dann vielleicht Spielmaterial und die Schachtel. Die Regeln sind das Kernstück des Ganzen, und die müssen einfach unmissverständlich sein und funktionieren. Bei den Videospielen hast du die Grafik, hast du den Controller, was auch immer. Und wenn dann die Sprache nicht ganz so exakt ist, kannst du trotzdem meistens das Spiel spielen. Die Sprache ist in den allermeisten Fällen nicht der Punkt, der das Spiel unspielbar macht, wenn es nicht gerade ein Rätsel ist. Aber bei den Brettspielen ist das so. Wenn die Sprache nicht funktioniert und man dadurch die Regeln nicht versteht, dann funktioniert das Spiel nicht. Deswegen ist es einfach sehr, sehr, sehr wichtig, das gut, gewissenhaft und exakt zu machen.

Hast du beim Videospielübersetzen dagegen dann eher so ein bisschen den Freiraum, einen gewissen eigenen Flair reinzubringen?

Ja, in der Regel schon. Man fragt vielleicht nochmal bei den Entwicklern nach, ob die das so wollen, ob ihnen ihre eigene künstlerische Vision sehr wichtig ist, oder ob man da ein bisschen freier werden darf. Aber dann kann man da auch ein bisschen spielen.

Du übersetzt ja auch Literatur. Kannst du irgendwie ermessen, wie die Anteile sind zwischen Videospiellokalisierung, Brettspiel- und Literaturübersetzung?

Das hat sich jetzt in den letzten Jahren ein bisschen geändert. Zunächst habe ich hauptsächlich Videospiele gemacht. Das waren eigentlich 100% bis 80% meiner Aufträge. Mittlerweile versuche ich, ein bisschen mehr Literarisches zu machen. Einfach, weil die literarische Übersetzung planbarer ist. Da habe ich meistens einfach mehrere Monate Zeit, um an einem Text zu sitzen und kann dann zwischendrin vielleicht noch was reinschieben. Aber ich weiß, dass ich für die paar Monate Arbeit habe, während bei Videospielen alles sehr schnelllebig ist und man gerne mal für jetzt gleich bis in ein paar Tagen angefragt wird und deswegen nicht so weit vorausplanen kann. Und die ganzen Gaming-Sachen und auch Brettspiele, die lassen sich einfach viel leichter dazwischenschieben. Deswegen ist es aktuell, ich würde mal sagen, 50% Literatur, 40% Videospiele, 10% Brettspiele.

Gibt es denn ein Lieblingsprojekt, das du hattest? Und warum war es dein Lieblingsprojekt?

Darüber muss ich echt ein bisschen nachdenken, weil ich viele Projekte habe, an denen ich gerne gearbeitet habe, aber über manche darf ich noch nicht sprechen. Bei anderen gab es wirklich gute Aspekte, aber andere Sachen waren so: Nee. Aber wenn ich eines nennen müsste, dann wäre das „Haste: Broken Worlds“. Das war ein Plattformer, ein Rennspiel im wörtlichsten Sinne. Also, man fährt nicht mit dem Auto durch die Gegend, sondern man rennt vor dem Ende der Welt weg. Hinter einem bricht die Welt in sich zusammen und man versucht, bis ins nächste Portal zu springen, um nicht im Nichts zu verschwinden. Das war wirklich ein tolles Projekt, in dem ich das Vergnügen hatte, ein paar der lustigsten Lines meiner ganzen Karriere zu übersetzen.


Das Gespräch führte Sonja Majumder

AVÜ goes Uni

von Johanna Czerny

Mai 2024 – etwas tut sich an den Unis und Hochschulen im deutschsprachigen Raum. 10 AVÜ-Mitglieder schwärmen aus und bringen den Verband für audiovisuelle Übersetzer*innen in 14 Städte, von Flensburg bis Graz, von Leipzig bis Düsseldorf. Die Aktion nennt sich AVÜ goes Uni und wurde ins Leben gerufen, um Berufsfelder wie Filmübersetzung, Videospiel-Lokalisierung und die Erstellung barrierefreier Fassungen ins Scheinwerferlicht zu rücken. So soll auf die Chancen und Herausforderungen aufmerksam gemacht werden, die diese Berufe und die dazugehörigen Branchen mit sich bringen, und zwar genau dort wo der Nachwuchs und die zukünftigen Kooperationspartner*innen für die Gewerke sitzen: in Studiengängen der Medienwissenschaft, auf Filmhochschulen und in Übersetzungsinstituten. Der AVÜ als Berufsverband für audiovisuelle Übersetzer*innen stellt sich dabei selbst vor und erreicht insgesamt über 250 Zuhörer*innen im gesamten deutschsprachigen Raum.

Weiterlesen

Tabellen über Tabellen – Der Zahlenteil für deinen Businessplan

von Julia Ferch

Im ersten Teil unserer Reihe zum Thema Businessplan hast du erfahren, was der Businessplan ist, wie du ihn erstellst und wozu du ihn gebrauchen kannst. Du hast den ersten Teil verpasst? Hier nachlesen!

Nachdem wir also einiges über die spaßigen Teile des Businessplans wissen, kommen wir zu einem für viele weniger interessanten Thema. Der Zahlenteil ist eines der wichtigsten Elemente deines Businessplans und sollte sorgfältig ausgefüllt werden. Es kann sich lohnen, wenn du dir dafür Hilfe holst – aber dazu später mehr.

Weiterlesen

AI and Copyright in Video Game Translation – Pouring Fuel on a Healthy Fire

von Philipp Techen

Everyone is talking about it: Artificial intelligence – creator of a new paradigm or harbinger of doom. This text will assume you have heard a little about it already, specifically about the uproar regarding potential damage done to artists due to copyright infringement, or more simply put, the copying of art.

Why is this relevant for translation? Do translators even have copyrights? Yes, they do. While the industry at large would rather sweep this knowledge under the rug, translators are creators of a unique product, often creative, and as such they do retain the copyright to their creation.

Weiterlesen

Businessplan, Shmusinessplan – Warum brauche ich einen Businessplan?

Du bist ganz neu selbstständig oder überlegst, das Abenteuer zu wagen? Dann wird dir das Thema „Businessplan“ vermutlich an der ein oder anderen Stelle begegnet sein oder noch begegnen. Oft wird er von Banken oder von der Arbeitsagentur verlangt, z. B. wenn du einen Antrag auf Gründungszuschuss stellst. Vielleicht geht es dir wie mir damals und dein erster Gedanke ist: „Oh nein, nicht noch mehr Papierkram, von dem ich keine Ahnung habe“?

In dieser kleinen Blog-Reihe möchten wir dir zeigen, was es beim Businessplan zu beachten gilt und vor allem, welche Erfahrungen wir ganz persönlich damit gemacht haben.

Weiterlesen

Oscar-Nominierungen und Gewinnerfilme

Die Oscar-Nominierungen sind nun veröffentlicht und wieder haben nicht wenige AVÜ-Mitglieder dazu beigetragen, die Produktionen einem breiten deutschen Publikum zugänglich zu machen. Von OmU- und SDH-Untertitelung über Audiodeskription bis hin zur Synchronübersetzung sind zahlreiche Gewerke vertreten. 👏

« Ältere Beiträge

© 2026 AVÜ-Blog

Theme von Anders NorénHoch ↑