{"id":331,"date":"2026-09-18T12:39:33","date_gmt":"2026-09-18T12:39:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.avue-ev.de\/?p=331"},"modified":"2026-09-18T12:39:33","modified_gmt":"2026-09-18T12:39:33","slug":"auf-einen-kaffee-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.avue-ev.de\/?p=331","title":{"rendered":"Auf einen Kaffee &#8230;"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-right has-larger-font-size\"><br>\u2026 <strong>mit Sarah Lafon<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:20px\"><br><strong>Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die AVT-Branche in Frankreich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Sarah Lafon hat in Toulouse audiovisuelles \u00dcbersetzen studiert und arbeitet seit 2016 in Vollzeit als audiovisuelle \u00dcbersetzerin. Sie \u00fcbersetzt aus dem Englischen, dem Deutschen und dem Spanischen ins Franz\u00f6sische und arbeitet in den Gewerken OmU-Untertitelung, Voiceover sowie \u00dcbersetzung f\u00fcr Synchron und schreibt Dialogb\u00fccher. Sarah ist seit 2017 AV\u00dc-Mitglied und lebt und arbeitet in Hamburg.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"562\" height=\"750\" src=\"https:\/\/blog.avue-ev.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Sarah_Foto-2.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-334\" srcset=\"https:\/\/blog.avue-ev.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Sarah_Foto-2.jpeg 562w, https:\/\/blog.avue-ev.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Sarah_Foto-2-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><br>Sarah an ihrem liebsten Arbeitsplatz<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bevor wir richtig loslegen zuerst die Frage: Wie bist du zum audiovisuellen \u00dcbersetzen gekommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich war schon sehr fr\u00fch sehr sprach- und kinobegeistert. Irgendwann hat die Freundin einer Freundin, die mittlerweile auch eine sehr enge Freundin von mir geworden ist, mit einem entsprechenden Studium begonnen. Sie hat mir davon erz\u00e4hlt, und ich dachte so: \u201eAh, das ist doch genau das, was ich eigentlich machen will. Danke f\u00fcr den Tipp! Mach ich jetzt genauso.\u201c Sie ist ein paar Jahre \u00e4lter, deswegen war sie so ein bisschen mein Vorbild. Und sie ist auch heute noch meine gr\u00f6\u00dfte Mentorin im Berufsleben. Sie hat mich also auf die Idee gebracht. Davor hatte ich mir gedacht: \u201e\u00dcbersetzung klingt gut, aber oha, B\u00fccher &#8211; die sind ganz sch\u00f6n dick und lang.\u201c Ich lese gerne, aber Literatur\u00fcbersetzung war nicht so meins. Und als ich das mit der Film\u00fcbersetzung rausgefunden habe, fand ich die Idee toll. Ich bin dann aber nicht genau dem Pfad meiner Mentorin gefolgt, denn sie hatte sich gleich auf Synchro fokussiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ah, das kann man in Frankreich schon im Studium machen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, im Master. Sie hat in Nizza studiert. Dort habe ich es auch versucht, bin aber nicht reingekommen. Und dann habe ich stattdessen in Toulouse studiert. Auch dort erfolgt erst im Master die Spezialisierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>War das ein Studiengang \u201eAudiovisuelles \u00dcbersetzen\u201c oder generell \u00dcbersetzen mit Schwerpunkt AVT?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzteres. Ich habe dort nur mein zweites und letztes Master-Jahr gemacht. Aber ich w\u00fcrde sagen, ich habe das audiovisuelle \u00dcbersetzen nicht in diesem Studium gelernt, sondern in den Praktika, die da dranhingen. Und parallel zum Studium habe ich bei einem Kurzfilmfestival ein Volontariat gemacht, bei einem kleinen Verein, der einmal im Monat Kurzfilmvorstellungen in Toulouse organisiert hat. Und die haben alle Filme mit SDH-Untertiteln versehen. Das war so halbprofessionell, aber es gab da Leute, die sich wirklich damit auskannten, und die haben uns das beigebracht. Und jede*r von uns hat dann einmal im Monat ein, zwei Kurzfilme untertitelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und wo hast du deine Praktika gemacht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe zwei Praktika gemacht. Eins in Spanien, in der N\u00e4he von Barcelona, in einem Aufnahmestudio f\u00fcr Synchron und Voiceover. Ich habe dort Voiceover-\u00dcbersetzungen gemacht. Dort wurden auch franz\u00f6sische und deutsche Sprachfassungen aufgenommen, also so ein bisschen die Cheap-Version. Aber ich habe da trotzdem viel gelernt. Mein zweites Praktikum habe ich dann in Hamburg bei Subs gemacht, dort war der Schwerpunkt dann Untertitel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und wie hast du dann einen Fu\u00df in die Branchent\u00fcr bekommen? Leicht ist das ja nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stimmt. Ich kam \u00fcber die Praktika zu meinen ersten Kunden. In Spanien haben die nicht wirklich gut bezahlt, aber so habe ich halt angefangen. Und ansonsten kann ich wirklich nur meiner Mentorin Nina danken, weil sie mich \u00fcberall, wo sie konnte, mit ins Boot geholt hat. Wenn sie irgendwas aus zeitlichen Gr\u00fcnden nicht machen konnte, hat sie gesagt: \u201eAber Sarah kann das doch \u00fcbernehmen.\u201c Oder sie hat mich in Teams geholt, in denen sie bereits war. Und das macht sie bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kommen wir jetzt zur Branchensituation in Frankreich. Aus Deutschland blicken wir immer mit einer gewissen Ehrfurcht nach Frankreich, zumindest wir Untertitler*innen. Die franz\u00f6sischen Kolleg*innen gelten ja so ein bisschen als die Kings und Queens of Untertitel in Europa. Ist das deiner Meinung nach tats\u00e4chlich so?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwer zu sagen. Ich kann aus pers\u00f6nlicher Erfahrung nicht so richtig was \u00fcber die Untertitelbranche in Frankreich sagen, weil ich selbst tats\u00e4chlich doch viel weniger untertitele, als ich es gerne w\u00fcrde. Es ist ein bisschen so, dass es in Frankreich eine Handvoll Personen gibt, die untertiteln d\u00fcrfen oder angemessene Preise angeboten bekommen. Und der Rest streitet sich so ein bisschen um die restlichen Peanuts. Es gibt eine Hierarchie aus drei Schichten, w\u00fcrde ich sagen. Da ist zum einen die Untertitel-Elite, die Filme bearbeitet oder direkt f\u00fcr Produzent*innen arbeiten kann und daf\u00fcr ganz gute Preise bekommt. Dann gibt es eine mittlere Schicht, die akzeptable Honorare bekommt. Aber auch in diese Gruppe kommt man nicht so einfach rein, weil es eben zu viele AV-\u00dcbersetzer*innen gibt f\u00fcr zu wenig Bedarf. Und dann gibt es die ganzen Streamingdienst-Sachen. Allerdings werden die franz\u00f6sischen Untertitel f\u00fcr die Streamingplattformen &#8211; bis auf Prestigeproduktionen &#8211; vor allem im Ausland erstellt, also nicht in Frankreich selbst. Die Auftr\u00e4ge werden an die gro\u00dfen LSPs [Anm.: Language Service Provider] im Ausland, also in Asien, Schweden und so weiter, vergeben. Und durch unseren franz\u00f6sischen Verband ATAA bekomme ich mit, dass viele Kolleg*innen nicht f\u00fcr diese Firmen arbeiten, weil deren Preise zu niedrig sind im Vergleich zu dem, was man sonst in Frankreich bek\u00e4me oder bekommen sollte. Viele reden aber auch nicht dar\u00fcber, dass sie f\u00fcr diese LSPs arbeiten, weil sie wissen, dass deren Konditionen nicht korrekt sind. Aber sie haben eben keine andere Wahl \u2013 keine anderen Optionen oder Angebote &#8211; und begn\u00fcgen sich dann damit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie ist denn die Branchenstruktur hinsichtlich Untertitel in Frankreich so grunds\u00e4tzlich? Gibt es auch wie hier kleine, gewachsene Traditionsagenturen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eher weniger. Ganz viele Untertitel werden von Postproduktionsstudios gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und wie ist das mit Synchron und Voiceover?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das wird \u00fcberwiegend von Postproduktionsfirmen \u00fcbernommen. Eine Firma wie Titra macht beispielsweise sowohl Synchro und Untertitel als auch ganz klassische Postproduktionssachen. Daneben gibt es kleinere Synchronstudios. Und dann gibt es die f\u00fcnf bis zehn gro\u00dfen, bekannten Synchron- bzw. Voiceover-Studios, und die befinden sich zu 90 Prozent in Paris.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ah, die Branche ist also sehr auf Paris konzentriert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Ich glaube, dass die Pandemie uns diesbez\u00fcglich sehr zugute kam \u2013 zumindest mir. Fr\u00fcher musste man als Film\u00fcbersetzer*in sowohl f\u00fcr Synchron als auch f\u00fcr Untertitel immer eine Abnahme machen, vor Ort im Studio mit den Endkund*innen. Es war wirklich so, dass du nicht in der Branche arbeiten konntest, wenn du nicht in Paris gelebt hast, weil du f\u00fcr diese Abnahmen eh st\u00e4ndig nach Paris fahren musstest. Und es gab auch viel mehr diesen pers\u00f6nlichen Kontakt mit den Kund*innen, mit den Studios und so weiter. \u00dcbrigens war es ein langer Kampf, bis die \u00dcbersetzer*innen f\u00fcr diesen halben oder sogar ganzen Tag im Studio auch verg\u00fctet wurden, und zum Teil k\u00e4mpfen sie noch immer. \u00dcbersetzer*innen haben daf\u00fcr urspr\u00fcnglich n\u00e4mlich nichts bekommen, obwohl das eine megaanstrengende Sache ist. Aber daf\u00fcr verg\u00fctet wurde lange nur die Sprachregie, dabei hat die mit der eigentlichen Abnahme gar nichts zu tun. Schon vor der Pandemie wurde diese Art von pers\u00f6nlicher Abnahme nicht mehr f\u00fcr alle Produktionen gemacht. Es gibt aber auch jetzt noch einige Kund*innen, die das verlangen. Besonders bei Kino-Untertiteln wird das auf jeden Fall noch so gehandhabt, wenn du f\u00fcr Direktkunden oder Postproduktionsstudios wie z.B. Titra arbeitest. Auf jeden Fall bei gr\u00f6\u00dferen Produktionen. Ein paar Fernsehsender machen das definitiv auch noch. Streamingdienste nie, glaube ich. Die meisten Studios und Postproduktionsfirmen befinden sich nach wie vor in Paris, aber die \u00dcbersetzer*innen m\u00fcssen eben nicht mehr in Paris sein. Allerdings versuche ich immer noch, mindestens einmal im Jahr f\u00fcr Synchron und Voiceover mit ins Studio zu gehen, um mir die Aufnahmen anzugucken. Das ist wirklich super wichtig und hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aber es ist nicht mehr verpflichtend?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nee, ich geh freiwillig hin. Ich sitze dann in einer Ecke und gucke mir an, was die Sprecher*innen und die Sprachregie mit meinen Texten machen. Dann kann ich live sehen, wo es doch nicht gepasst hat, warum es anders gel\u00f6st werden muss und so weiter und so fort. Denn ich kann mir hier allein in meinem B\u00fcro ganz viel vorstellen, aber man muss es schon auch mal erleben. Und manchmal wirst du spontan gefragt, wenn z.B. ein Sprecher etwas nicht so einsprechen kann, wie du es geschrieben hast. Dann kann man einen anderen Vorschlag machen. Manchmal ist die Sprachregie nicht ganz so involviert und hat vielleicht nicht gesichtet, was an dem Tag aufgenommen werden soll. Wenn sie dann etwas \u00e4ndern wollen, ist es manchmal ganz gut, wenn die Autorin da ist und sagen kann: \u201eMoment, lieber nicht. Es gibt schon einen Grund, warum ich das so geschrieben habe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland ist ja der Prozess des Erstellens der Dialogb\u00fccher f\u00fcr die Synchronfassungen. In Frankreich \u00fcbersetzt und textet ein und dieselbe Person. Und in Deutschland ist dieser Prozess traditionell zweigeteilt: In die \u00dcbersetzung f\u00fcr Synchron und in das Texten der B\u00fccher.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, genau, das macht man in Frankreich nicht. Es gibt in der Regel keine blo\u00dfe \u00dcbersetzung. Also in mehr als 90 Prozent aller F\u00e4lle ist das so, w\u00fcrde ich sagen. Es gibt ein paar wenige Dialogbuchautor*innen, die es nicht so mit dem \u00dcbersetzen haben. Sie nennen sich dann auch nicht \u201eadapteur de doublage\u201c, sondern \u201edialogiste\u201c, weil sie nur die Dialoge schreiben. Sie adaptieren nicht, sie \u00fcbersetzen nicht. Sie schreiben Dialoge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Du lebst ja in Deutschland &#8211; hast du denn auch deutsche Kunden oder vor allem franz\u00f6sische?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe ein paar deutsche Kunden, f\u00fcr die ich vor allem Festival-Untertitel erstelle. Das sind aber wirklich nur ein paar Anfragen im Jahr, und nur f\u00fcr Untertitel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gibt es denn Unterschiede hinsichtlich der Bezahlung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, in Frankreich kann das Honorar ungef\u00e4hr doppelt so hoch ausfallen. Daher muss ich manchmal mit mir k\u00e4mpfen, weil ich f\u00fcr deutsche Kunden Preise toleriere, die ich bei franz\u00f6sischen Kunden nicht akzeptieren w\u00fcrde. Weil ich wei\u00df, wenn mir das ein franz\u00f6sischer Kunde anbietet, dann ist es wirklich falsch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hast du eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum die Preise so unterschiedlich sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, dass das Kino oder die Filmlandschaft in Frankreich viel mehr wertgesch\u00e4tzt wird als in Deutschland. Es gibt diese \u201eexception culturelle fran\u00e7aise\u201c, wie man so sagt. Und vielleicht gibt es auch einfach einen Unterschied was Subventionen betrifft. Perfekt ist das staatliche Subventionssystem nicht, aber die Verteilung ist viel besser als in Deutschland, hab ich so das Gef\u00fchl. Wir haben da in Frankreich eine sehr gute Struktur. Und &#8211; das ist jetzt ein etwas andere Baustelle \u2013 aber hinzu kommt dann auch noch diese Urheberrechtsgeschichte. Ihr bekommt ja zum Beispiel in Deutschland nur Tantiemen f\u00fcr die Zweitverwertung, und wir bekommen sie f\u00fcr die Erstverwertung. Und das ist im Vergleich zu Deutschland wahnsinnig viel Geld. Da gibt es in Frankreich aber auch K\u00e4mpfe, n\u00e4mlich zwischen Synchro und Untertiteln. Urspr\u00fcnglich ist Frankreich ja auch ein Synchron-Land, daher ist der Verteilungsschl\u00fcssel sehr zu Gunsten der Synchron\u00fcbersetzungen aufgestellt. F\u00fcr Untertitel bekomme ich Peanuts, bei meinen Synchronsachen denke ich mir immer: \u201eWow, okay, noch zu lernen, wie man Synchronb\u00fccher schreibt, hat sich richtig gelohnt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und ziehen die Streamer da in Frankreich mit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben ja zwei Verwertungsgesellschaften, SACEM f\u00fcr Fiktion und SCAM f\u00fcr Nicht-Fiktion. Also f\u00fcr Dokumentarfilme aber auch Reality TV, zum Beispiel. Und die verhandeln jeweils mit den Streamern. Manchmal dauert es Jahre, bis ein Vertrag steht. Und dann bekommt man das Geld r\u00fcckwirkend, wenn man die Sachen denn bei den Verwertungsgesellschaften gemeldet hat. Mit Netflix wurde zum Beispiel richtig gut verhandelt. Wir bekommen von Netflix sehr viel Geld in die Aussch\u00fcttungen. Ich habe geh\u00f6rt, mit Apple TV sei auch nicht schlecht verhandelt worden, daf\u00fcr ist der Disney-Vertrag nicht so gut. Mit manchen Streamingpartnern sind auch noch keine Vertr\u00e4ge unterschrieben worden. Wie gesagt, die Verhandlungen ziehen sich manchmal \u00fcber Jahre. Aber wir melden alle flei\u00dfig, weil sie anhand unserer Meldungen wissen, f\u00fcr wie viele Leute sie verhandeln und wie viel Wucht sie dadurch haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auf alle F\u00e4lle ist das sehr cool. Wir sind in Deutschland diesbez\u00fcglich ja gef\u00fchlt meilenweit hinterher. Aber es macht Hoffnung, dass die VGWort mit den Streamern doch zu einer guten L\u00f6sung kommen k\u00f6nnte. Nun zur letzten Frage, n\u00e4mlich der nach deinem Lieblingsprojekt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Lieblingsprojekt der letzten Jahre war \u201eParadise\u201c, eine amerikanische post-apokalyptische Thriller-Serie, die auf Disney Plus l\u00e4uft und bei der ich die Synchro mitgeschrieben habe. Ich liebe das: Yay, das Ende der Welt! Nein, wirklich, ich mag Science-Fiction und Dystopie irgendwie, ich f\u00fchle mich wohl darin. Und es war ein bisschen ein Prestigeprojekt. Nicht, dass ich unbedingt Prestigeprojekte machen will, aber ich war ein Jahr zuvor f\u00fcr die Synchro eines anderen Disney-Projekts angefragt worden &#8211; das erste, das keine Produktion f\u00fcr Kinder oder Teenager war. Und da hie\u00df es damals vom Projektmanagement: \u201eJa, aber du musst erst von Disney genehmigt werden. Also schick uns mal deinen Lebenslauf, und dann gucken die sich dich an.\u201c Und ich wurde tats\u00e4chlich abgelehnt. Ich fand es irgendwie halb berechtigt, denn ich war damals wirklich noch frisch, was das Schreiben von Synchronb\u00fcchern betrifft. Aber es hat schon auch ein bisschen geschmerzt, weil ich nicht wusste, warum sie mich abgelehnt hatten. Es hie\u00df nur: \u201eNee, diesmal nicht.\u201c Und als sie mich dann f\u00fcr dieses Projekt genommen haben, hatte ich ein bisschen so das Gef\u00fchl: Okay, ich darf doch auch ernste Sachen machen. Aber es ist nicht deswegen mein Lieblingsprojekt. Das Thema hat mir gefallen, die Geschichte, das Team. Wir sind zu dritt im Team und die Zusammenarbeit l\u00e4uft wirklich gut. Wir lesen unsere Texte immer gegenseitig und helfen uns. Ich f\u00fchle mich von den M\u00e4dels wirklich sehr gepuscht. Und Anfang des Jahres bin ich f\u00fcr das Projekt f\u00fcr ein paar Tage mit ins Studio gegangen, und es war gro\u00dfartig. Wir haben beide bisherigen Staffeln bearbeitet, eine dritte soll kommen. Die ist bereits angek\u00fcndigt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dann dr\u00fccke ich die Daumen, dass die dritte Staffel auch wieder bei euch landet!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><br>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Sonja Majumder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 mit Sarah Lafon Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die AVT-Branche in Frankreich Sarah Lafon hat in Toulouse audiovisuelles \u00dcbersetzen studiert und arbeitet seit 2016 in Vollzeit als audiovisuelle \u00dcbersetzerin. Sie \u00fcbersetzt aus dem Englischen, dem Deutschen und dem Spanischen ins Franz\u00f6sische und arbeitet in den Gewerken OmU-Untertitelung, Voiceover sowie \u00dcbersetzung f\u00fcr Synchron und schreibt Dialogb\u00fccher. 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